Reise

Hauptstadt für Gourmets: Ein Tag in Osaka

Osaka gilt als kulinarisches Herz Japans – mit ihrer Dichte an Sternerestaurants gehört die Metropole zu den Gourmethauptstädten weltweit. Eine Testfahrt für Genießer.

Fotos
Gui Martinez
Text
Roland Hagenberg

10.00 Uhr
Guten Morgen, Osaka! Kein Pariser Bäcker ­könnte es besser. Duftende Croissants frisch aus dem Backofen, dazu frisch gebrauten Kaffee am riesigen Holztisch: Im Foodscape lässt sich die Tagestour wunderbar planen. Oder man schaut den Hühnern auf dem Balkon beim Eierlegen zu. Entre­preneur Yusuke Hotta ist in Osaka der Mann für die außergewöhnlichen Restaurantkonzepte.
FOODSCAPE bakery | Fukushima-ku Fukushima 1-4-32 | www.food-scape.com

11.00 Uhr
Kunst-Impresario Yoshihiro ­Taniguchi ist ein Gourmet und Szenekenner der Stadt. In seiner ­Galerie DMO Arts verrät er bereit­willig seine ­neuesten Restaurantentdeckungen. Und zeigt Original­arbeiten, die man erstaunlich günstig erwerben kann. So will er vor allem junge Japaner zum Kunstsammeln erziehen.
DMO Arts Gallery | Osaka Front Shopping Mall, Osaka Station, Kita-ku, Umeda 3-1-3 Lucua 1100 | www.dmoarts.com

11.30 Uhr
Kurzer Zwischenstopp in der Shun Shoku Food Lounge. Schnell ein paar Fruchtsäfte zur Stärkung für unterwegs einpacken. Kengo Kuma hat die Bar Schicht für Schicht aus Pressholzplatten entworfen. Der Stararchitekt baut derzeit das Stadion für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.
Shun Shoku Food Lounge | Osaka Front Shopping Mall, Osaka Station, Kita-ku, Umeda 3-1-3

12.00 Uhr
Die Shin-Umeda-Doppeltürme hätten ­ursprünglich vier sein sollen. In luftiger Höhe im 40. Stock befindet sich eine Aussichtsplattform. Im Inneren sind gleich ­mehrere Restaurants. Die futuristische Vision ist von Altmeister Hiroshi Hara, der auch die Kyoto Station und das Sapporo Stadion errichtet hat.
Umeda Sky Building | Kita-ku, Oyodonaka 1-1-88

Hiroki Nakanoue ist einer der innovativsten Köche der Stadt. Sein Restaurant Sushiyoshi wurde gerade wieder mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet.

„Mich besuchen immer mehr Gäste aus dem Ausland – eine Herausforderung“, sagt Sternekoch Shintaro Matsuo und lacht. „Die haben sich zuvor genau informiert und kommen mit noch größeren Erwartungen als die Japaner.“

13.00 Uhr
Hiroki Nakanoue erbte mit zwanzig Jahren das Sushi­restaurant seines Vaters. Das wollte er nicht übernehmen, die Familientradition aber fortsetzen. Nakanoue zog in ein ­damals verlassenes Stadtviertel und eröffnete Sushiyoshi. 26 Jahre später zählt sein Rohfischtresen, wo gerade mal acht Gäste Platz finden, zu den exklusivsten Sushirestaurants der Stadt. Vom Guide Michelin mit zwei Sternen ­bedacht, scheut sich der unkonventionelle Chef nicht, vor der Eingangstür auf dem Gehweg ein Strohfeuer anzufachen, um Fleischstücke anzubraten. Bei 300 Euro pro Menü will er drinnen den Rauch vermeiden. Wer kurzfristig keinen Platz bekommt: Die besten traditionell japanischen Nudeln gibt es im Shubari. Sechs Jahre dauert die Ausbildung, um ein perfekter Nudelchef wie Yutaro Gishi zu werden.
Sushiyoshi | Kita-ku, 2-3-23 | Minamimorimachi Shubari Kita-ku, Sonesaki shinchi 2-1-9-101

14.30 Uhr
Spaziergang entlang der edlen Shoppingmeile in Shinsaibashi. Für die Fassade des Prada-Flagship-Stores hat sich Architekt Roberto Baciocchi vom venezolanischen Künstler Carlos Cruz-Diez inspirieren lassen. Je nach Tageslicht – und wie man sich davor bewegt – verändert sich das Farbspektrum des Gebäudes.
PRADA | Chuo-ku, 2-8-18 Shinsaibashi-suji

15.30 Uhr
Mit moderner Kunst geht es weiter im Nationalmuseum, das der japanische Architektur-Grande Arata Isozaki entworfen hat. Von außen beeindruckt der unkonventionelle Bau mit seinem polierten Wirrwarr aus verbogenen Metallrohren.
The National Museum of Art Osaka | Kita-ku, 4-2-55 Nakanoshima | www.nmao.go.jp

Links: Die Shun Shoku Food Lounge. Mitte: Shubari-Chef Yutaro Gishi und sein Architekt Seiji Kumamoto (stehend). Das Nudelrestaurant ist auch wegen seines Gartens beliebt. Rechts: Fassade des Prada-Flagship-Stores in Shinsaibashi.

Links: Die Shun Shoku Food Lounge. Mitte: Shubari-Chef Yutaro Gishi und sein Architekt Seiji Kumamoto (stehend). Das Nudelrestaurant ist auch wegen seines Gartens beliebt. Rechts: Fassade des Prada-Flagship-Stores in Shinsaibashi.

16.30 Uhr
Zeit für eine kleine Stärkung in einem typischen Okonomiyaki-Laden. Eine Empfehlung von ­Yoshihiro Taniguchi – siehe Stopp zwei. Die mit Fleisch, Fisch und Gemüse gespickten Pfann­kuchen reicht Chef Shinji Kotani persönlich in kleinen Sitzkojen, die wie Zugabteile wirken. Man sitzt hier neben Schauspielern, Musikern und der Kreativszene der Stadt.
Sougetsu | Kita-ku, Tenjinbashi 3-9-9

17.30 Uhr
Tea-Time. Nach der „Down to earth“-Atmosphäre im Sougetsu: Kontrastprogramm zwischen den beiden Flüssen Dojima und Tosabori im 39-stöckigen Nakanoshima Festival West Tower. In den obersten Etagen hat gerade das Conrad eröffnet, ein Hotel der Spitzenklasse, das wie ein bewohnbares Museum wirkt. Riesige Skulpturen und Installationen, mehrere Restaurants und Bars und ein fantastischer Ausblick über die 2,7-Millionen-Einwohner-Stadt.
Conrad Hotel | Kita-ku, 3-2-4 Nakanoshima, www.conradhotels3.hilton.com/Osaka

19.30 Uhr
Spitzenkoch Shintaro Matsuo hat sich auf Kaiseki spezialisiert, die ­traditionelle japanische Küche. Seit neun Jahren macht er das so gut, dass der Guide Michelin auch ihn ­belohnt hat – mit drei Sternen. Seine Küche geht mit den Jahres­zeiten. Im Frühling leicht bitter, im Sommer eher säuerlich, im Winter salzig. „Mich besuchen immer mehr Gäste aus dem Ausland – eine Herausforderung“, sagt Matsuo und lacht. „Die haben sich zuvor genau informiert und kommen mit noch größeren Erwartungen als die Japaner.“
Kitashinchi Koryu | Kita-ku, 1-5-1 Dojima Esupasu Kitashinchi 23 1FL | www.koryu.net

21.30 Uhr
Zum Ausklang ein Cocktail im U-Boot – so heißt die Bar: Sensuikan. Der unscheinbare Eingang ist in einer engen Gasse versteckt. Der Raum ist vollgepackt mit Menschen, Röhren, Wasseranzeigen und Ventilen. Ein Mash-up zwischen Mad Max und Yellow Submarine, wo Kapitän Yuichi Yanagawa Sitzplätze zuweist und Drinks serviert. Ein unvergessliches Erlebnis.
Sensuikan Shinka Bar | Chuo-ku 1 Chome-1-10 Andōjimachi

Die Tagestour auf der hier vorgestellten Strecke ist rund 40 Kilometer lang – die stärkere Batterie des gerade überarbeiteten BMW i3 (94Ah) bietet komfortabel bis zu 200 Kilometern Reichweite unter Alltagsbedingungen.

Technische Daten

BMW i3 (94 Ah)

Leistung (kW)

125

Drehmoment Nm

250

Reichweite km

bis zu 300

Stromverbrauch in kWh/100 km
kombiniert:


13,1 – 12,6

17.11.2017