Reise

Die schönsten Straßen Andalusiens

Die weitläufige Region im Süden Spaniens ist nicht nur für ihre lang zurückreichende Geschichte bekannt, sondern lässt sich auch perfekt mit dem Auto erkunden. Wir stimmen auf die atemberaubende Landschaft ein und stellen die schönsten Straßen durch einen der attraktivsten Teile Europas vor.

Fotos
Bert Heinzlmeier
Text
Alexander Zimmermann
Strahlend weiße Blüten stechen aus grünen Wiesen hervor ...

Strahlend weiße Blüten stechen aus grünen Wiesen hervor ...

... Kirschbäume werden hinter der nächsten Kurve von dichten Feldern mit Olivenbäumen abgelöst ...

... Kirschbäume werden hinter der nächsten Kurve von dichten Feldern mit Olivenbäumen abgelöst ...

... dann wiederum: karge Gebirgszüge, weitläufige Ebenen und Serpentinen, die sich endlos den Berg hinaufschlängeln ...

... dann wiederum: karge Gebirgszüge, weitläufige Ebenen und Serpentinen, die sich endlos den Berg hinaufschlängeln ...

... fast aus dem Nichts ist da plötzlich das Meer. Andalusien im Süden Spaniens ist eine Region voller Kontraste, die sich lohnt, per Roadtrip zu erkunden. Die schönsten Routen im Überblick:

... fast aus dem Nichts ist da plötzlich das Meer. Andalusien im Süden Spaniens ist eine Region voller Kontraste, die sich lohnt, per Roadtrip zu erkunden. Die schönsten Routen im Überblick:

Entlang der MA 5403 und MA 448 ragen die Berge der El-Chorro-Region in den Himmel, die als Sehnsuchtsort für Kletterer gilt. Die Zwischenstopps entlang der Route sollten wohldosiert sein, denn mit jedem Kilometer wird die Landschaft beeindruckender.

Entlang der MA 5403 und MA 448 ragen die Berge der El-Chorro-Region in den Himmel, die als Sehnsuchtsort für Kletterer gilt. Die Zwischenstopps entlang der Route sollten wohldosiert sein, denn mit jedem Kilometer wird die Landschaft beeindruckender.

Gebirgsstraßen und zerklüftete Felswände: MA 5403 und MA 448 von Ardales nach El Chorro

Jeder Kletterer in Europa kennt diese zwei Worte, El Chorro: Die fast unwirklich anmutenden Berge und Felsformationen im Herzen Andalusiens, etwa eine Stunde von Málaga entfernt, sind ein Mekka für alle, die einen Berg eher senkrecht als über Serpentinen erklimmen wollen. Von Wanderern wird das Gebiet schon seit vielen Jahren für seine hölzernen Pfade über dem hundert Meter tiefen, klaffenden Abgrund geschätzt. Der Caminito del Rey, ein drei Kilometer langer Klettersteig in El Chorro, ist ein einzigartiges, wenngleich Schwindelfreiheit erforderndes Wandererlebnis. El Chorro – das steht aber auch für die mal breiten, sich dann wieder verengenden Gebirgsstraßen, die sich wie ein feines Muster durch die zerklüfteten Felswände in die Berge hinaufwinden und darauf warten, dem Fahrer hinter jeder Ecke ein neues Geheimnis preiszugeben. Wer kann, sollte der ersten Intuition, das Auto an den mitunter kaum vorhandenen Straßenrand zu stellen, um den Fotoapparat zur Hand zu nehmen, widerstehen. Die Reise könnte sich sonst ziemlich in die Länge ziehen, denn mit jedem Kilometer wirken die Berge El Chorros monumentaler und beeindruckender. Nicht weniger eindrucksvoll wird es, wenn man die letzten Kurven mit einem kraftvollen Sprint hinter sich gelassen hat, die Bergkuppe erklommen und über das Lenkrad hinweg erst nur das Blau des andalusischen Himmels und dann die Weiten der Ebene gen Osten erblickt.


Mehr Esel als Autos: A 7075 und MA 424 von Puerto de la Torre nach Villanueva de la Concepción

„Heute ist hier richtig viel los“, sagt ein Einheimischer, der im Garten seines kleinen Häuschens am Straßenrand steht und diesen gerade mit einer Harke bearbeitet. „Richtig viel los“, das bedeutet womöglich, dass einem auf den nächsten zehn Kilometern vier statt ansonsten eher zwei Autos entgegenkommen. Die A 7075 ist eine kleine Verbindungsstraße, die parallel zu den Autobahnen AP 46 und AP 45 von Málaga ins Landesinnere verläuft und – so scheint es – an manchen Tagen eher von Eseln als von Autos genutzt wird. Das ist keineswegs metaphorisch gemeint. In unregelmäßigen Abständen stehen einzelne Häuser am Wegesrand. Mal eine kleine Finca, mal eine beeindruckende Villa im mediterranen Stil. Ein Esel im Garten? Keine Seltenheit. Leichte Hügel, sanfte Kurven und die ganze Zeit ein Ausblick über ein kleines Flussbett hinweg auf die gegenüberliegende Talseite, die von Olivenhainen überzogen ist – das macht die A 7075 zu einem wahren Kleinod.

El Chorro – das steht aber auch für die mal breiten, sich dann wieder verengenden Gebirgsstraßen, die sich wie ein feines Muster durch die zerklüfteten Felswände in die Berge hinaufwinden und darauf warten, dem Fahrer hinter jeder Ecke ein neues Geheimnis preiszugeben.

Fährt man über die leichten Hügel und sanften Kurven der A 7075 und genießt den Ausblick über ein kleines Flussbett, begegnen dem Fahrer kaum Autos, dafür aber Olivenhaine, historische Brücken oder ab und zu ein Esel am Straßenrand.

Fährt man über die leichten Hügel und sanften Kurven der A 7075 und genießt den Ausblick über ein kleines Flussbett, begegnen dem Fahrer kaum Autos, dafür aber Olivenhaine, historische Brücken oder ab und zu ein Esel am Straßenrand.

Verlassene Küstenstraße: N 340 bei Acantilados de Maro

Nur wenige Kilometer von der Autobahn entfernt, die vor 35 Jahren zur Entlastung der Küstenregion gebaut wurde, führt die alte Küstenstraße N 340 an der Costa del Sol entlang. Kaum mehr von Autofahrern benutzt, lässt man auf ihr nicht nur die gefahrene Kilometer, sondern auch die Zeit hinter sich. Die alten, in den Stein gearbeiteten Tunnel setzen in ihrer Ursprünglichkeit einen Kontrastpunkt zu den mit Leuchtstoffröhren, riesigen Turbinen und grünen Notausgangsschildern ausgestatteten Tunnelsystemen moderner Schnellstraßen. Auf der N 340 lässt man die Hektik der Innenstädte von Málaga oder Alméria hinter sich und fährt in geschwungenen Linien entlang der Küste – zur einen Seite der schroffe Fels, zur anderen das Mittelmeer.


Schwungvolle Serpentinen: A 366 von Ronda nach El Burgo

Los Pueblos Blancos – die weißen Dörfer. Sie sind nicht nur aus der Nähe, beim Schlendern durch die engen, verwinkelten Gassen, sondern ebenfalls aus der Ferne eine echte Sehenswürdigkeit in Andalusien. Ihr Name kommt nicht von ungefähr. Die weiß gekalkten Häuser stechen aus dem felsigen Landschaftsbild eindrucksvoll hervor. Ronda ist mit über 35.000 Einwohnern eine der größten dieser weißen Städte und insbesondere für seine im 18. Jahrhundert erbaute „Neue Brücke“ – El Puente Nuevo – bekannt, welche den historischen und den neuen Stadtteil verbindet. Wer von Ronda über die A 366, die direkte Verbindungsstraße, nach El Burgo fährt, den erwarten imposante Aussichten auf die weißen Dörfer, schwungvolle Serpentinen und lange Geraden durch die Ebenen, die sich in den Bergen um El Burgo verlieren.


Immer am Meer entlang: AL 4200 von Los Escullos nach Cabo de Gata

Hat man die bis zum Horizont reichenden Flächen mit Gewächshäusern an der Küste zwischen Málaga und Motril hinter sich gelassen, dann bestechen die letzten Kilometer auf der AL 4200 zum Naturpark Cabo de Gata, einem etwa 33.000 Hektar großen Landstrich östlich von Alméria, durch das Meerpanorama, das hinter den kleinen Hügelkuppen lauert, um dann hinter der nächsten Kurve wieder für kurze Zeit zu verschwinden. Die Route lässt mit ihren mal weitläufigen, mal eng in die Berge geschmiegten Kurven beim Fahrer ebenso wenig Langeweile aufkommen wie das Panorama für den Beifahrer. Zudem verbindet sie einige der schönsten Strände Andalusiens miteinander. So sind die Playa de Mónsul und die Playa El Playazo nur wenige Kilometer voneinander entfernt und eignen sich exzellent, um sich die Beine im weißen Sandstrand zu vertreten oder im Meer zu baden. Am besten sollte man seinen Trip über die Abendstunden planen. Die Sonnenuntergänge über dem Meer sind – ob vom Auto oder vom Strand aus betrachtet – atemberaubend.

Die A 366 ist die direkte Verbindungsstraße zwischen El Burgo und Ronda, das als eines der weißen Dörfer Andalusiens bekannt ist. Die schwungvollen Serpentinen bieten imposante Aussichten.

Die A 366 ist die direkte Verbindungsstraße zwischen El Burgo und Ronda, das als eines der weißen Dörfer Andalusiens bekannt ist. Die schwungvollen Serpentinen bieten imposante Aussichten.

Die letzten Kilometer der AL 4200 zum Naturpark Cabo de Gata bestechen durch das Meerpanorama, das hinter den kleinen Hügelkuppen oder der nächsten Kurve lauert.

Die letzten Kilometer der AL 4200 zum Naturpark Cabo de Gata bestechen durch das Meerpanorama, das hinter den kleinen Hügelkuppen oder der nächsten Kurve lauert.

23.06.2017